- von Harald Junker
Serie | Buch | Buch und Serie | Cast | Produktion
| Serie | Die Ringe der Macht |
|---|---|
| Originaltitel | The Rings of Power |
| Staffel | 3 |
| Anbieter | Prime Video |
| Start | 11. November 2026 |
| Genre | Fantasy |
| Buchvorlage | Der Herr der Ringe / Der Untergang von Númenor |
| Autor | J. R. R. Tolkien |
Die Ringe der Macht Staffel 3 startet am 11. November 2026 bei Prime Video. Die dritte Staffel springt mehrere Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel weiter und setzt mitten im Krieg der Elben gegen Sauron ein.
Im Mittelpunkt der Serie Die Ringe der Macht steht ein entscheidender Moment des Zweiten Zeitalters, in dem Sauron nach der Macht über die Ringe greift. Nachdem in der zweiten Staffel der Fall Eregions und Saurons wachsender Einfluss gezeigt wurden, rückt nun der Schritt näher, der die Geschichte Mittelerdes noch Jahrtausende später prägen wird.
Saurons nächster Schritt
Die Ringe der Macht Staffel 3 beginnt nicht direkt nach dem Finale der zweiten Staffel, sondern nach einem Zeitsprung von mehreren Jahren. Sauron hat seine Tarnung als Annatar hinter sich gelassen und ist endgültig als Dunkler Herrscher auf dem Weg zur offenen Machtentfaltung. Ein erstes Bild zur Staffel zeigt ihn mit Morgoths Krone.
Die Ringe der Macht Staffel 3. Ben Rothstein/Prime. Amazon MGM Studios
Die Serie zeigt Sauron nun weniger als Verführer im Hintergrund, sondern mehr als Herrscherfigur, die ihren Anspruch auf Mittelerde offenbart.
Am Ende der zweiten Staffel war Sauron im Besitz der neun Ringe der Menschen. Zwar konnte Galadriel mit ihrem Elbenring entkommen, doch Eregion war gefallen, Celebrimbor tot und die Elben mussten sich neu sammeln. In Khazad-dûm wurde gleichzeitig der Balrog entfesselt, während der Fremde seine Identität als Gandalf erkannte. In Númenor verschärfte Pharazôn seinen Machtanspruch. Somit setzt Staffel 3 nicht bei einer einzelnen offenen Frage an, sondern bei mehreren Fronten, die in dieser Staffel enger miteinander verknüpft werden.
Der wichtigste Erzählstrang bleibt dennoch Sauron. In der offiziellen Beschreibung heißt es, dass er nach einer Waffe sucht, mit der er den Krieg gewinnen und ganz Mittelerde seinem Willen unterwerfen kann. Gemeint ist natürlich der Eine Ring.
Die Quellenlage zu Die Ringe der Macht Staffel 3
Die Ringe der Macht ist keine direkte Verfilmung eines Tolkien-Romans. Die rechtliche und literarische Grundlage ist komplizierter: Amazon stützt sich vor allem auf den Roman Der Herr der Ringe samt Anhängen, in denen das Zweite Zeitalter nur knapp und verstreut behandelt wird. Ergänzende Tolkien-Texte wie Das Silmarillion oder Nachrichten aus Mittelerde erklären vieles ausführlicher, stehen der Serie aber nicht einfach als Vorlage zur Verfügung. Mehr dazu steht im Hintergrundartikel Die Ringe der Macht: Welche Rechte besitzt Amazon?
Noch direkter zum Thema passt Der Untergang von Númenor und andere Geschichten aus dem Zweiten Zeitalter von Mittelerde. Dieser Band sammelt Texte und Fragmente zum Zweiten Zeitalter in einer lesbaren Reihenfolge. Darin geht es unter anderem um Númenor, die Ringschmiede, Saurons Aufstieg und die großen Konflikte, die später zur Letzten Allianz führen.
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Für die dritte Staffel ist insbesondere der Krieg zwischen Sauron und den Elben von Bedeutung. Tolkien erzählt auch diesen Teil nicht als breit ausgearbeiteten Roman, sondern eher als historische Überlieferung. Es gibt Daten, Ereignisse und zentrale Wendepunkte, jedoch keine durchgehend ausgeschriebene Romanhandlung mit Szenen, Dialogen und psychologischer Figurenführung.
In Tolkiens Überlieferung schmiedet Sauron den Einen Ring im Feuer des Schicksalsberges. Mit diesem Ring will er die anderen Ringe beherrschen und ihre Träger kontrollieren. Daraus entsteht der offene Krieg zwischen Sauron und den Elben.
Wie Staffel 3 Tolkiens Vorlage zuspitzt
Der wichtigste Berührungspunkt zwischen Die Ringe der Macht Staffel 3 und Tolkiens Vorlage ist der Eine Ring. Bei Tolkien ist das Schmieden des Rings der Moment, in dem Saurons Plan offen sichtbar wird. Er will die anderen Ringe beherrschen und ihre Träger seinem Willen unterwerfen. Die Serie hat diesen Punkt über zwei Staffeln vorbereitet. Sauron trat zunächst als Halbrand und später als Annatar auf. In Staffel 3 sollte nun deutlich werden, wie daraus die Erschaffung des Einen Rings resultiert.
Dabei verschiebt die Serie die Gewichtung. Tolkien schildert den Krieg der Elben gegen Sauron eher knapp und chronikartig. Staffel 3 muss daraus eine konkrete Serienhandlung machen. Dies betrifft vor allem Galadriel, Elrond und Gil-galad, die nach dem Untergang von Eregion nicht mehr nur auf Saurons Täuschung reagieren, sondern sich militärisch gegen ihn behaupten müssen.
Auch Númenor dürfte wichtig werden, falls die Staffel Pharazôns Machtzuwachs weiterführt. In Tolkiens Überlieferung gehört die Entwicklung Númenors zu den großen Linien des Zweiten Zeitalters. Inwieweit Staffel 3 diesen Strang bereits mit Saurons Aufstieg verbindet, ist noch offen.
Celeborn, Blaue Zauberer und andere Vermutungen
Morfydd Clark als Galadriel, Robert Aramayo als Elrond und Charlie Vickers als Sauron zählen weiterhin zu den wichtigsten Darstellern der Serie. Daneben werden mehrere bekannte Rollen zurückerwartet, darunter Durin IV., Gandalf, Elendil, Míriel, Pharazôn, Gil-galad und Arondir.
Besonders interessant unter den Neuzugängen ist Jamie Campbell Bower. Prime Video hat seine Verpflichtung für Staffel 3 bestätigt, seine Rolle wurde jedoch nicht offiziell benannt. Die Vermutung liegt nahe, dass er Celeborn spielt, doch dies wurde bisher nicht bestätigt. Celeborn wurde in der Serie bereits erwähnt. Galadriel glaubt, ihn verloren zu haben, und seine Rückkehr könnte ihre weitere Entwicklung deutlich verändern.
Bei Ciarán Hinds ist die Lage etwas anders. Er spielt den Dunklen Zauberer aus Staffel 2, und nach dem Finale lag für viele Zuschauer zunächst Saruman als Verdacht nahe, was vor allem an der Ähnlichkeit der Figur zu Christopher Lees späterer Darstellung von Saruman lag. Die Showrunner haben eine Identität des Dunklen Zauberers als Saruman inzwischen sehr deutlich als unwahrscheinlich zurückgewiesen. Damit wird eine andere Erklärung immer plausibler: Der Dunkle Zauberer könnte einer der Blauen Zauberer sein. Tolkien verband diese beiden Istari mit dem Osten und Süden Mittelerdes. Da die Serie Gandalf und den Dunklen Zauberer nach Rhûn führt, liegt diese Deutung nahe. Bestätigt ist sie aber nicht.
Wechsel im Autorenteam
Bei der Regie setzt Prime Video in Die Ringe der Macht Staffel 3
auf eine Mischung aus Kontinuität und neuer Verstärkung. Charlotte Brändström und Sanaa Hamri kehren zurück, während Stefan Schwartz neu dazustößt.
Noch wichtiger als der Wechsel bei der Regie ist jedoch die Veränderung im Autorenteam. Die Showrunner J. D. Payne und Patrick McKay bleiben an Bord, doch fast das gesamte Team des Writers Rooms wurde ausgetauscht. Von den ursprünglichen Autoren der ersten beiden Staffeln ist nur Justin Doble geblieben. Neu dabei sind unter anderem Jonathan Wilson, Griff Jones, Sarah Anson, Ben Tagoe, Ava Wong Davies und Constance Cheng.
Ein so weitgehender Austausch ist bemerkenswert. Die ersten beiden Staffeln wurden nicht nur wegen einzelner inhaltlicher Entscheidungen kritisiert, sondern auch wegen der Dialoge, der Figurenführung und der teils sprunghaften Dramaturgie. Für die zweite Staffel konnte das Team kaum noch auf die Reaktionen zur ersten Staffel reagieren, da die Drehbücher weitgehend vorher entstanden waren. Staffel 3 ist deshalb die erste Staffel, bei der die Showrunner stärker aus der bisherigen Kritik lernen konnten.
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