House of the Dragon: Die Serie und das Buch

House of the Dragon: Feuer und Blut

Feuer und Blut. Cover: Penhaligon Verlag; Hintergrund: Adobe Stock/grandfailure

House of the Dragon erzählt die Vorgeschichte von Game of Thrones und führt in eine Zeit zurück, in der das Haus Targaryen den Eisernen Thron beherrscht. Im Zentrum steht der Machtkampf um die Nachfolge von König Viserys I., aus dem ein Bürgerkrieg entsteht, der später als Tanz der Drachen bekannt wird.

Die Serie spielt rund 200 Jahre vor den Ereignissen von Game of Thrones und zeigt ein Westeros auf dem Höhepunkt der Targaryen-Herrschaft. Noch leben zahlreiche Drachen und das Königshaus wirkt nach außen hin gefestigt. Gleichzeitig liegt über dieser Epoche bereits der Schatten eines Konflikts, der das Haus Targaryen dauerhaft schwächen wird. House of the Dragon ist nicht nur eine Vorgeschichte, sondern auch der Blick auf den Beginn eines langen Niedergangs.

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Worum es in House of the Dragon geht

Wer sich fragt, warum zu Beginn von Game of Thrones keine Drachen mehr leben und wann der Abstieg des Hauses Targaryen begann, findet in House of the Dragon die Antwort. Zunächst zeigt die Serie aber Westeros in einer Phase, in der die Targaryen noch auf dem Höhepunkt ihrer Macht stehen.

Ausgangspunkt ist die Frage, wer nach Viserys I. den Thron erben soll. Was zunächst wie ein dynastischer Konflikt innerhalb der Herrscherfamilie wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Krieg, der nicht nur das Haus Targaryen zerreißt, sondern auch den Grundstein für seinen Niedergang legt. Der Tanz der Drachen ist somit nicht nur ein Machtkampf um die Krone, sondern markiert auch den Wendepunkt, an dem die scheinbar unangefochtene Herrschaft der Targaryen irreparablen Schaden nimmt.

Die Buchvorlage: Feuer und Blut

Die Serie basiert auf mehreren Kapiteln von George R. R. Martins Werk Feuer und Blut. Die Reaktionen auf das Buch fielen gemischt aus. Das liegt jedoch nicht an der Geschichte selbst. Sie ist packend, tragisch und wendungsreich, wie man es von dem Autor von Das Lied von Eis und Feuer gewohnt ist. Der entscheidende Punkt ist die Erzählweise. Feuer und Blut erzählt rund 150 Jahre der Historie des Hauses Targaryen als Geschichtsbuch, nicht als Roman. Es ist die Geschichte des Hauses Targaryen, niedergeschrieben von Erzmaester Gyldayn. Ein zweiter Band soll die Erzählung bis zum Irren König und der Geburt von Daenerys fortsetzen.

Wer sich darauf einlässt, dass es sich nicht um einen Roman handelt, erhält jedoch keinen trockenen Anhang zur Hauptreihe, sondern einen ungewohnten, aber spannenden Blick auf Westeros.

Ein großer Reiz des Buchs liegt darin, dass Gyldayn nicht allwissend erzählt. Der Historiker stützt sich auf ältere Berichte, die einander teils widersprechen. Immer wieder stellt das Buch mehrere Versionen desselben Ereignisses nebeneinander, ohne die Widersprüche vollständig aufzulösen. Gerade das gehört zum Grundprinzip dieser Erzählweise.

Zu den wichtigsten Quellen für die Zeit des Tanzes der Drachen gehört der Hofnarr Pilz mit seinen oft skandalösen und sensationsfreudigen Berichten. Bei manchen Vorgängen war er nah am Geschehen, übertreibt aber gerne seine eigene Rolle. Ebenfalls wichtig ist Septon Eustace. Auch er war Zeitgenosse, als Geistlicher mit Nähe zu einer der Konfliktparteien jedoch nicht besonders neutral. Der zuverlässigste dieser Chronisten ist Großmaester Munkun. Er arbeitet streng wissenschaftlich, kann sich dabei aber leider nur auf fremde Quellen stützen.

Wenn man sich auf diese besondere Form einlassen kann und will, ist Feuer und Blut ein äußerst spannender Lesestoff.

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Feuer und Blut: Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros – Erstes Buch
von George R.R. Martin

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Wie hängen Serie und Vorlage zusammen?

In den großen Linien folgt House of the Dragon der Vorlage recht eng. Die zentralen Konflikte, die wichtigsten Machtblöcke und die Richtung der Ereignisse stammen aus Feuer und Blut. Die Serie übernimmt also nicht nur einzelne Namen oder Motive, sondern den Kern des Targaryen-Konflikts.

Der erste wesentliche Unterschied betrifft die Form der Erzählung. Feuer und Blut arbeitet mit unsicherer Quellenlage, widersprüchlichen Berichten und mehreren möglichen Versionen desselben Ereignisses. Eine Fernsehserie kann so jedoch nur schwer erzählen. Sie muss sich festlegen. Sie muss zeigen, was aus ihrer Sicht geschehen ist.

Wer kritisiert, dass dieses oder jenes Detail im Buch anders beschrieben wird, hat das Buch möglicherweise nicht vollständig verstanden. Gyldayn selbst verweist immer wieder darauf, dass vieles sich auch anders zugetragen haben kann. Das heißt jedoch nicht, dass jede Kritik an Änderungen automatisch danebenliegt. So kritisiert auch der Autor der Vorlage, George R. R. Martin, einige Abweichungen. Seine Einwände zielen jedoch enger auf Änderungen, die aus seiner Sicht unnötige Folgewirkungen auslösen. Martins bekanntestes Beispiel dafür ist der von ihm beschriebene Schmetterlingseffekt rund um Maelor Targaryen (erklärt auf der Seite zu Staffel 3).

Ein weiterer wesentlicher Unterschied betrifft den Detailgrad. Feuer und Blut ist eine Chronik. Viele Szenen werden nur kurz referiert, manche Motive nur angedeutet und längere Entwicklungen stark verdichtet. Eine Serie hingegen benötigt konkrete Begegnungen, Dialoge, Spannungsbögen und emotionale Übergänge. House of the Dragon liefert all das. Und oft genug besser, als man es erwarten konnte.

Wichtige Seiten zu House of the Dragon

Einen aktuellen Ausblick auf die Fortsetzung bietet House of the Dragon Staffel 3. Dort geht es um die kommende Staffel und die nächste Phase des Konflikts.

Zum weiteren Umfeld gehört auch A Knight of the Seven Kingdoms. Die Serie spielt in einer anderen Epoche von Westeros.

Eine ergänzende Seite ist außerdem Was sagt George R. R. Martin über House of the Dragon (und über Die Ringe der Macht)? Dort geht es nicht um die Handlung selbst, sondern um Martins öffentliche Aussagen zur Adaption und zum Umgang mit Vorlagen.

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