- von Harald Junker
Serie | Buch | Lesereihenfolge | Trailer | Episoden
| Serie | Neuromancer |
|---|---|
| Staffel | 1 |
| Anbieter | Apple TV+ |
| Start | Ende 2026 oder Anfang 2027 |
| Genre | Science Fiction |
| Buchvorlage | Die Neuromancer-Trilogie |
| Autor | William Gibson |
Mit Neuromancer verfilmt Apple TV+ nicht einfach nur einen bekannten Roman. Die Serie greift nach einem Stoff, der für den Cyberpunk das ist, was Foundation für die Science Fiction der großen Entwürfe ist: ein Schlüsselwerk, auf das sich das Genre bis heute bezieht. Als der Roman 1984 erschien, wirkte er wie ein Neuanfang in der damaligen Science Fiction. Gibson gewann damit praktisch alle wichtigen SF-Preise seiner Zeit. Dazu kam, dass er mit dem Begriff Cyberspace, den er bereits 1982 in einer Kurzgeschichte geprägt hatte, und mit seiner neuen Verwendung von Matrix das Vokabular des Genres maßgeblich mitprägte. Neuromancer bündelte diese Ideen zu einem Gesamtbild, das weit über die Science Fiction hinauswirkte.
Apple bringt den Cyberpunk-Klassiker als Serie
Apple TV+ hat Neuromancer 2024 als zehnteilige Serie bestellt. Entwickelt wird die Adaption von Graham Roland und J. D. Dillard, der auch die Pilotfolge inszenieren soll. Im Zentrum steht Case, ein heruntergekommener Ex-Hacker, der zusammen mit der kybernetisch aufgerüsteten Kämpferin Molly in einen Auftrag gerät, der weit über einen gewöhnlichen Datendiebstahl hinausgeht.
Geht man nach den bisher besetzten Rollen, orientiert sich Apple wahrscheinlich recht eng an der Vorlage und nicht nur lose an ihrem Grundkonzept. Callum Turner spielt Case, Briana Middleton Molly und Mark Strong Armitage. Hinzu kommen weitere Figuren aus dem Umfeld der Tessier-Ashpool-Dynastie.
Ein Schlüsselroman
Als William Gibson 1984 Neuromancer veröffentlichte, erhielt das damals noch junge Cyberpunk-Genre seinen prägenden Roman. Der Eindruck eines Neuanfangs kam nicht von ungefähr. Das Buch gewann mit dem Hugo-, dem Nebula- und dem Philip K. Dick Award die wichtigsten Science-Fiction-Preise. Den Begriff Cyberpunk hat Gibson allerdings nicht erfunden. Auch wichtige Bausteine waren schon vorher vorhanden. Doch Neuromancer führte sie so zusammen, dass Cyberpunk weit über die Science-Fiction-Szene hinaus bekannt wurde. Vor allem zwei Begriffe sind untrennbar mit diesem Buch verbunden: Cyberspace und Matrix.
Der Begriff Cyberspace tauchte bereits 1982 in Gibsons Erzählung Burning Chrome auf. Darin ist die Matrix bereits als digitaler Raum angelegt, in den Hacker eindringen. In Neuromancer werden diese Ideen nicht nur ausgebaut, sondern auch bildstark und sofort wiedererkennbar umgesetzt. Der Cyberspace ist hier kein nüchtern beschriebenes Rechnernetz, sondern ein künstlicher Raum, in den man sich einklinkt. Wenn Case ihn betritt, erscheint ihm das weltweite Datennetz als leuchtende Landschaft aus Firmensektoren, ICE-Barrieren und Verbindungen zwischen Systemen. Genau diese Mischung aus Technik und starken Bildern wurde enorm einflussreich. Viele spätere Darstellungen virtueller Welten, von Filmen über Spiele bis zu Romanen, stehen zwangsläufig im Schatten dieses Buchs.
Gibsons Zukunft ist dreckig, globalisiert und von Konzernen beherrscht. Körper lassen sich technisch aufrüsten und künstliche Intelligenzen operieren an den Grenzen des Erlaubten.
Im Mittelpunkt steht Case, ein Hacker, dessen Nervensystem von früheren Auftraggebern geschädigt wurde und der deshalb nicht mehr in den Cyberspace kann. Erst ein neuer Auftrag eröffnet ihm die Aussicht auf Heilung. An seiner Seite kämpft Molly, eine Straßensamurai mit verspiegelten Implantat-Augen und ausfahrbaren Klingen unter den Fingernägeln. Gemeinsam geraten sie in eine Geschichte über Konzernmacht, autonome künstliche Intelligenzen und die Frage, wie weit sich Menschen und Maschinen noch voneinander unterscheiden. Bis heute wirkt der Roman erstaunlich frisch.
Lesereihenfolge
Neuromancer ist der Auftakt der sogenannten Sprawl- oder Neuromancer-Trilogie. Es folgen Count Zero (in den ersten deutschen Ausgaben unter dem Titel Biochips erschienen) und Mona Lisa Overdrive. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Trilogie im Sinne einer einzigen durchgehenden Geschichte mit denselben Hauptfiguren in allen drei Bänden. Vielmehr teilen sich die Romane die Welt und einzelne Verbindungslinien.
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Warum galt Neuromancer so lange als schwer verfilmbar?
Ein mögliches Problem für die Serie liegt paradoxerweise in der Wirkungsgeschichte des Buchs. Der Roman hat so viele spätere Werke geprägt, dass eine heutige Verfilmung leicht wie eine späte Kopie wirken könnte. Das gilt bereits für die Grundvorstellung des nervlich angeschlagenen Hackers als Außenseiter, der sich in ein weltumspannendes Datennetz einklinkt. Noch deutlicher wird es bei der Bildwelt virtueller Räume. Wenn man heute an den Cyberspace oder die Matrix denkt, denken viele zuerst an den Film Matrix.
Tatsächlich hat Gibson diese Begriffe und die dazugehörige Vorstellung eines begehbaren digitalen Raums jedoch bereits vorher geprägt. Auch Werke wie Ghost in the Shell oder viele spätere Cyberpunk-Spiele und -Rollenspiele bauen auf Motiven auf, die bei Gibson bereits klar erkennbar sind: vernetzte Bewusstseine, technisch umgerüstete Körper, übermächtige Konzerne und eine Zukunft, in der die Grenze zwischen Mensch und Maschine unscharf wird. Gerade darin liegt auch eine Chance der Serie. Wenn die Serienmacher nicht nur den Roman zitieren, sondern auch seinen Ton treffen, kann die Adaption zeigen, dass vieles, was heute wie vertrautes Cyberpunk-Inventar wirkt, bei Gibson noch neu und ungewohnt war.
Trailer
Einen klassischen Trailer gibt es noch nicht, aber Apple hat ein kurzes Ankündigungsvideo zur laufenden Produktion veröffentlicht. Dieses zeigt noch nicht viel, erlaubt aber immerhin einen ersten Blick auf die Chatsubo-Bar, einen der bekanntesten Schauplätze des Romans.
Episoden
Apple TV+ hat für Neuromancer zunächst zehn Episoden bestellt. Die Produktion ist inzwischen schon weit fortgeschritten, ein Starttermin steht bisher aber noch nicht fest.
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