Der Untergang von Númenor. Cover: Klett-Cotta/Hobbit Presse; Hintergrund: Adobe Stock/brankospejs
- von Harald Junker
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Ein einzelnes Buch, das das Zweite Zeitalter von Mittelerde vollständig erzählt, gibt es bei Tolkien nicht. Wer sich nach Die Ringe der Macht näher mit dieser Epoche beschäftigen möchte, findet in Der Untergang von Númenor dennoch den besten Einstieg, da der Band die verstreuten Texte zum Zweiten Zeitalter gesammelt und in chronologischer Reihenfolge zugänglich macht. Während die Serienübersicht zu Die Ringe der Macht einen Gesamtüberblick über Serie, Vorlage und Einordnung bietet, geht es hier um die engere Buchfrage: Welches Werk eignet sich, wenn man mehr über das Zweite Zeitalter lesen möchte?
Die Bücher
Tolkien hat vor seinem Tod nur wenige Bücher veröffentlicht, am bekanntesten sind natürlich Der Herr der Ringe und Der Hobbit. Geschrieben hat er allerdings sehr viel mehr, er hinterließ eine umfangreiche Sammlung von unveröffentlichten Texten.
Sein Sohn Christopher hat das ganze Material gesichtet, geordnet und die interessantesten Stoffe ausgewählt. Oft musste er sich zwischen mehreren Versionen einer Geschichte entscheiden. So entstanden posthum veröffentlichte Bücher von J.R.R. Tolkien wie Das Silmarillion, Nachrichten aus Mittelerde, The History of Middle-earth und andere.
Doch keines dieser Werke setzte einen Schwerpunkt auf das Zweite Zeitalter von Mittelerde. Diese Epoche wurde in all den Büchern entweder komplett übergangen oder nur in wenigen Kapiteln gestreift.
Der Untergang von Númenor
Was das jetzt erschienene Buch besonders hilfreich und auch für Leute interessant macht, die schon alles von J.R.R. Tolkien gelesen haben: Herausgeber Brian Sibley hat die Schriften Tolkiens streng chronologisch geordnet.
Die Zeittafel in den Anhängen des Herr der Ringe bildet das Grundgerüst. Die dortigen Einträge mit der Jahreszahl und der sehr kurzen Beschreibung werden im aktuellen Buch als Kapitelüberschriften übernommen. Diese Kapitel füllt Brian Sibley mit Tolkiens eigenen Texten zum jeweiligen Jahr oder Thema, immer wieder auch ergänzt mit Anmerkungen des Herausgebers.
Als Quelle dienen Sibley etwa ein Dutzend verschiedene Bücher, in denen Tolkien mehr oder weniger ausführlich über das Zweite Zeitalter schrieb: Vor allem Das Silmarillion, Nachrichten aus Mittelerde und die zwölfbändige History of Middle-earth, von der nur die ersten beiden Bände unter dem Titel Das Buch der Verschollenen Geschichten bisher auf Deutsch erschienen.
Aber auch aus Der Herr der Ringe präsentiert Sibley viele Auszüge, die auf das Zweite Zeitalter zurückblicken. Nicht nur aus den Anhängen, auch aus dem Romantext. Sogar in den Briefen Tolkiens gibt es Beschreibungen, die in keinem der anderen Bücher auftauchen.
Illustrationen von Alan Lee
Die 10 Farbtafeln und 60 kleinen Bleistiftzeichnungen von Alan Lee machen Der Untergang von Númenor auch zu einem besonders schönen Buch. Lee ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Tolkien-Illustratoren und hat als Konzeptkünstler an den Filmen von Peter Jackson und jetzt an der Serie Die Ringe der Macht mitgearbeitet.
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Gibt es Ringe der Macht Bücher?
Nein, es gibt keine Ringe der Macht Bücher. Auch kein Ringe der Macht Buch zur Serie oder ähnliches. Wer also mehr über die Hintergründe der Serienhandlung erfahren möchte, findet keine bessere Quelle als Der Untergang von Númenor. Obwohl oder gerade weil es viele Details zum Zweiten Zeitalter wegen der Rechtelage gar nicht in die Serie schaffen werden.
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